Skip to content

Equine Infektiöse Anämie in Northeim

Ansteckende Blutarmut (EIA) beim Pferd: Ein aktueller Fall in unserer Region

Wer mit Pferden in Südniedersachsen unterwegs ist, hat die aktuelle Meldung vermutlich bereits gesehen: Im Landkreis Northeim wurde ein Fall der Ansteckenden Blutarmut der Einhufer (Equine Infektiöse Anämie, EIA) bestätigt. Da ich als Pferdeosteopathin und Akupunkteurin regelmäßig in Ställen rund um Göttingen, Northeim und dem Eichsfeld unterwegs bin, hat mich diese Nachricht natürlich ebenfalls beschäftigt.

Solche Meldungen sorgen verständlicherweise für viele Fragen. Oft entsteht dabei Unsicherheit, weil der Begriff „Tierseuche“ zunächst sehr bedrohlich klingt. Gleichzeitig kursieren in sozialen Netzwerken oder Stallgassen nicht selten Halbwissen und Gerüchte. Deshalb möchte ich den aktuellen Anlass nutzen, um die Erkrankung ganz allgemein einzuordnen.

Die Ansteckende Blutarmut der Einhufer ist eine Viruserkrankung, die ausschließlich Pferde, Ponys, Esel und andere Einhufer betrifft. Für Menschen besteht nach heutigem Kenntnisstand keine Gefahr. Übertragen wird das Virus überwiegend durch blutsaugende Insekten wie Pferdebremsen, seltener über Blutkontakte. Da infizierte Tiere das Virus dauerhaft in sich tragen können, auch wenn sie zeitweise kaum Krankheitsanzeichen zeigen, gelten in Deutschland strenge gesetzliche Vorgaben für den Umgang mit nachgewiesenen Fällen.

Genau deshalb reagieren die zuständigen Veterinärbehörden bei einem bestätigten Nachweis sehr konsequent. Ziel aller Maßnahmen ist es, eine mögliche Ausbreitung möglichst früh zu verhindern und andere Pferdebestände zu schützen. Welche Schritte dabei notwendig sind, richtet sich immer nach dem jeweiligen Einzelfall und wird von den zuständigen Behörden entschieden.

Für mich zeigt der aktuelle Fall vor allem, wie wichtig ein gutes Gesundheitsmanagement im Stall ist. Dazu gehören eine aufmerksame Beobachtung des eigenen Pferdes ebenso wie eine gute Stallhygiene und der sorgfältige Umgang mit medizinischen Instrumenten. Diese Maßnahmen sind nicht nur im Zusammenhang mit der Equinen Infektiösen Anämie sinnvoll, sondern grundsätzlich Bestandteil einer verantwortungsvollen Pferdehaltung.

Als Therapeut begleite ich viele Pferde in unserer Region bei orthopädischen oder funktionellen Beschwerden. Erkrankungen wie die Ansteckende Blutarmut gehören dagegen selbstverständlich in die Hände der behandelnden Tierärzte und der zuständigen Veterinärbehörden. Umso wichtiger finde ich es, aktuelle Entwicklungen sachlich einzuordnen und auf verlässliche Informationen zu setzen.

EIA in Northeim